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22.03.2018 | Aus Alt mach Neu

Aus Alt mach Neu

Warum die Wilhelm Kemming GmbH einen 23 Jahre alten AZ 35 D generalüberholen ließ.

Rosswein (jkr). Haßlau ist ein Ortsteil von Rosswein, einer Kleinstadt in Sachsen mit rund 7.600 Einwohnern. Hier betreibt Thomas Kemming ein Unternehmen für Agrardienstleistungen.Dazu gehören zum Beispiel der Pflanzenbau von der Aussaat bis zur Ernte, seit 45 Jahren aber auch die Aufwuchsbeseitigung auf Gleisanlagen mit Zweiwege-Fahrzeugen. Dies heißt in den Wintermonaten vornehmlich, das Holz entlang von Bahngleisen zu schneiden und das Schnittholz zu schreddern.

Letztere Dienstleistung verantwortet Gunter Müller als Geschäftsbereichsleiter Industrie- und Kommunalarbeiten, auch wenn der Diplom-Agraringenieur seit September 2017 eigentlich im Ruhestand ist. "Ich helfe beim Übergang noch mit - für ein paar Groschen", erklärt Gunter Müller augenzwinkernd. Seit der Firmengründung am 1. April 1991 ist er mit dabei und kann sich noch gut daran erinnern, als die Entscheidung für den Kauf eines JENZ Abfallzerkleinerers (AZ)35 D für Arbeiten auf Bahngleisen gefallen ist. Nach der Wende sei der Bedarf,das Holz an den Bahnstrecken maschinell zurück zu schneiden und zu häckseln, enorm gestiegen. "Das hat damit zu tun, dass die Deutsche Bahn AG nach Übernahme der Reichsbahn Personalabbau betrieben und immer mehr Instandhaltungsarbeiten vergeben hat", sagt Müller. "Früher hatte die Reichsbahn der ehemaligen DDR eigene Trupps."

Zunächst hatte Kemming gemeinsam mit einem Partnerunternehmen einen kleineren Häcksler aus Österreich im Einsatz. "Doch wir merkten schnell, dass die Leistung nicht ausreichte und die Maschine für das System Eisenbahn nicht die Richtige ist. Wir brauchten einen leistungsfähigen Häcksler mit Bahnzulassung und mit einem guten und nahen Service dahinter", erklärt Gunter Müller die Hintergründe. "In Niederbayern haben wir dann an einer Maschinenvorführung teilgenommen; daraufhin haben wir den JENZ AZ 35 D bestellt." Die Marke JENZ sei ihnen damals im Jahr 1994 schon bekannt gewesen, allerdings habe es auch Wettbewerbsprodukte gegeben, doch "letztendlich hat uns die Qualität und das Angebot von JENZ überzeugt", wie Gunter Müller sagt.

Ein Unimog diente damals wie heute als Zugfahrzeug, wobei zu beachten ist, dass der Fahrer im Gleisbetrieb Zugführer sein muss. Das Gespann hat eine Zulassung vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA), und Gunter Müller hat es kurzzeitig sogar selbst gesteuert. 23 Jahre lang hat der JENZ-Schredder hervorragende Dienste auf Bahngleisen geleistet, vorwiegend in Ostdeutschland. Der JENZ AZ 35 D ist einer von insgesamt drei Großraumhächslern seiner Art in Deutschland. Es geht darum, Bäume und Sträucher an den Bahngleisen zu häckseln, wobei das Hackgut nicht aufgefangen, sondern an die Böschung geblasen wird.

Irgendwann ist auch die beste Technik veraltet, außerdem steigen die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit. Und so kam der Tag, als sich die Geschäftsleitung der Wilhelm Kemming GmbH darüber Gedanken machte, wie es weiter geht. "Sicherlich hätten wir eine neue Maschine kaufen können; das hätte jedoch einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand bei der Bahnzulassung mit sich gebracht. Wahrscheinlich hätten die Zulassungskosten den Kaufpreis eines neuen Schredders überstiegen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Maschine einer Generalüberholung zu unterziehen."

"Das war ein ganz besonderer Auftrag, denn die Arbeiten waren sehr aufwendig",erklärt Serviceleiter Wolfgang Benditte. "Es ist vergleichbar mit der grundlegenden Restaurierung eines alten Schleppers oder LKW." Die durchgeführten Arbeiten umfassten u. a. den kompletten Austausch der Bandmulde sowie sonstiger Verkleidungen gegen annährend baugleiche Bauteile. Zusätzlich wurde der Maschinenständer mit einer neuen Traverse und Rotorhaube versehen, die Leckabdichtung unter der Maschine überarbeitet, der Motor mit neuer Elektrik easygreen und Hydraulik ersetzt sowie der Ventilator überarbeitet und mit neuen wechselbaren Wurfschaufeln bestückt. So wurde aus dem alten Schredder (AZ) eine moderne, leistungsfähige Maschine mit gleichem äußerem Erscheinungsbild,der technisch aber komplett erneuert wurde.

"Und! Wir haben die EBA-Zulassung erhalten, das war uns sehr wichtig",ergänzt Gunter Müller. Die Generalüberholung hat mehr als zwei Monate gedauert und konnte erst verspätet ausgeliefert werden. "Dass die Arbeiten letztlich länger gedauert haben ist nicht ganz so entscheidend",so der 63-Jährige. "Wichtiger ist die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von JENZ. Mit der neuen Leistungsfähigkeit und der Handhabung sind wir sehr zufrieden. Die intelligente Motorsteuerung und die verbesserte Schallisolierung macht den Schredder sehr leise - das freut die Anwohner der Bahngleise! Ein anderes Beispiel: Ende Juli haben wir eine ganze Fichte durch den Hacker gebracht. Das macht Spaß, kann ich Ihnen sagen", lacht Gunter Müller.