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02.03.2015 | 1000000ste Wechselklinge nach Finnland ausgeliefert

1000000ste Wechselklinge nach Finnland ausgeliefert

JENZ-Wechselklingensystem bewährt sich seit über 30 Jahren in der Praxis

Wegholm/Pennala (Finnland). Das Wechselklingensystem bei JENZ hat eine lange Tradition. Seit nunmehr über 30 Jahren werden verschiedene Arten von Klingen erfolgreich in Hackern verbaut. Dies erfolgte immer unter der Zielsetzung, die Handhabung der Maschine zu verbessern. Ein kurzer Blick zurück in die Geschichte beleuchtet die Entwicklung des bewährten Systems.

"Bis etwa 1982 hatten wir Messer in den Trommeln, die nachgeschliffen werden mussten, wenn sie stumpf waren. Das galt auch für den ersten Mobilhacker, den wir 1977 in Zusammenarbeit mit Algol gebaut haben", erinnert sich Uwe Hempen-Hermeier. Die damalige Maschine wurde für die staatlich finnische Forstverwaltung gebaut. Durch die Unterstützung mit staatlichen Fördergeldern wollte Finnland herausfinden, ob Waldrestholz als Energieträger für die Wärmeerzeugung eingesetzt werden kann. "Voraussetzung war, dass die Hackschnitzel mobil draußen im Forst und mit einer möglichst hohen Leistung produziert werden mussten", erläutert Hempen-Hermeier die Problematik. Der Versuch zeigte, dass die Hackschnitzelerzeugung funktionierte, allerdings gab es Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Handhabung der Maschine für den Einsatz im Wald. Insbesondere das Wechseln der Messer stellte sich als schwierig heraus.

Anforderungen an den Klingenwechsel

Im Gegensatz zu den bisher produzierten stationären Maschinen, die unter immer gleichbleibenden Einsatzbedingungen arbeiteten, galt es bei den mobilen Zerkleinerern besondere Faktoren zu berücksichtigen. Wechselnde Umweltbedingungen in Form von Feuchtigkeit, Schmutz, Kälte und damit z.B. auch angefrorene Steine stellten ebenso eine Herausforderung dar wie die Handhabung der zu schleifenden Messer, die durch ihr hohes Gewicht ein ständiges Gefahren-potential für den Maschinenbediener bedeuteten. Darüber hinaus zogen Stillstände negative Auswirkungen auf die Logistikkette nach sich.

Entwicklung des Wechselklingensystems

Bei der Planung weiterer Maschinen forderte die finnische Forstverwaltung, dass sämtliche Verschleißteile am Rotor im Wald zu wechseln sein müssten. Die Geburtsstunde des heute noch praktizierten Wechselklingensystems nahte. Im Jahr 1982 lieferte JENZ die erste HEM 300-1000 WEA mit dem entsprechenden System aus. Die zugrundeliegende Idee war genauso einfach wie genial: die vorher aufwendig befestigten Messer wurden durch scharfe Klingen ersetzt, die nur noch mit relativ kleinen Klemmstücken festgeklemmt wurden. Die dabei zuerst eingesetzten 3 mm Klingen brachen schnell. Problematisch war das dünne Material, welches den extremen Einsatzbedingungen in Finnland, vor allem im Winter, nicht standhalten konnte. Die in der Folge entwickelte 5 mm Klinge zeigte sich als ausreichend für das in Finnland überwiegend zerkleinerte Weichholz.

Weiterentwicklung zur 7 mm Klinge

Anfang der 90er Jahre wurde die 5 mm Klinge auf 7 mm verstärkt. Grund dafür war die Verbreitung der JENZ-Mobilhacker in Deutschland, wo nun vermehrt Hartholz, wie Buche, Eiche und Akazie gehackt wurde. Die Zuverlässigkeit dieser Klinge zeigte sich auch bei der Arbeit im Winter mit gefrorenem Holz. Von den Stückzahlen her hat sich diese Klinge über Jahrzehnte als Rückgrat der JENZ-Hacker bewährt. "Die 7 mm Klinge ist unser meistverkauftes Verschleißteil. Unsere Kunden bestätigen uns insbesondere das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis. Außerdem überzeugt das einfache Wechselsystem", bestätigt auch Ersatzteilverkaufsleiter Silvio Patzsch. Optimiert wurde im Laufe der Zeit der Anschliff. Das aktuelle JENZ-Klingenprogramm umfasst daher neben der immer noch umsatzstärksten Allzweckklinge, auch eine Weichholz- und Starkholzklinge mit jeweils besonderem Anschliff. Hinzu gekommen ist zuletzt eine verstärkte 12 mm Starkholzklinge, die sich für extremste Witterungsbedingungen im Winter eignet.

1000000ste Wechselklinge geht nach Finnland

Back to the roots: dorthin wo alles begann, also nach Finnland, lieferte JENZ im vergangenen Jahr seine 1000000ste Wechselklinge. Der Markt für Biomasse dort ist groß: mit über 70 % Waldabdeckung stellt Finnland das waldreichste Land Europas dar. Dies erkannte auch Reijo Wuorio und gründete im Jahr 2001 zunächst einen Biomassehof auf dem er erfolgreich JENZ-Maschinen einsetzte. Seit 2007 existiert das Unternehmen Hakevuorio Oy mit seinem Bioenergieterminal in Askola und hat sich seitdem zu einem Spezialisten im Bereich der Hackschnitzelproduktion entwickelt. Mittlerweile zählt Hakevuorio Oy zu den größten Kunden von JENZ-Händler Ideachip Machine Oy und beschäftigt 34 Mitarbeiter.

JENZ-Maschinen im Kern des Maschinenparks

Auch der seitdem kontinuierlich gewachsene Maschinenpark kann sich sehen lassen. Insgesamt 14 JENZ-Maschinen hat Wuorio während der langjährigen Zusammenarbeit erworben. Aktuell werden sieben HEM 561 DQ/HEM 582 DQ sowie eine HEM 820 DL eingesetzt. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche weitere Maschinen für die Hackschnitzellogistik. Im vergangenen Jahr wurden ca. 950000 m³ Hackschnitzel produziert, was einer Energiemenge von gut 66500 m³ Öl oder rund 172900 t CO₂ entspricht. Damit leistet das Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der finnischen Klimaziele. Bis 2020 soll der CO₂-Ausstoß um 20 % gegenüber 1990 gesenkt werden. Darüber hinaus sollen 38 % des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Man kann sich also sicher sein: auch die 1 000 000ste Wechselklinge trägt durch ihren Einsatz bei Hakevuorio Oy zur Erreichung dieser Ziele bei. Überreicht wurde sie Reijo Wuorio deshalb feierlich im Rahmen einer Biomassetagung im finnischen Padasjoki von Ideachip-Mitarbeiter Jukka Humalainen. "Wir haben die HEM 820 DL vorgeführt und dabei eine Hackleistung von 340 m³/h erreicht. Dies wurde anschließend von einer Kommission bewertet. Für unsere Vorführung haben wir sehr positive Rückmeldungen erhalten, auch von einigen hochrangingen Vertretern der Biomassekraftwerke, die die gute Qualität der Hackschnitzel bestätigten", berichtet Humalainen zufrieden. Insgesamt waren 500 Zuschauern anwesend, darunter auch zwei Mitglieder des EU-Parlaments und zwei Abgeordnete des finnischen Parlaments. Diese Dimensionen unterstreichen die Bedeutung der Biomasseaufbereitung und lassen alle Beteiligten positiv in die Zukunft blicken.