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24.03.2015 | Ein treuer Kunde

Ein treuer Kunde

Was das Gmeindesyndikat Minett-Kompost mit dem Biomasseaufbereiter 725 D vor hat

Esch-Uelzecht/Luxemburg. Der Begriff Syndikat meint einen organisatorischen Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur Durchführung regionaler Großprojekte. "Syndikat" stammt aus dem französischen (syndicat) und bedeutet so etwas wie "Verwalter", vor allem bei Angelegenheiten eines bestimmten geographischen Gebietes. Minett-Kompost in Luxemburg ist so ein Syndikat.

Im Jahr 1994 haben sich im Südwesten Luxemburgs sechzehn Gemeinden zusammengeschlossen, um ihre Abfallentsorgung selbst, und vor allem gemeinsam, zu regeln. Was zunächst ein Projekt war, nämlich die getrennte Sammlung und Kompostierung von Bio- und Grünabfällen, erweist sich in der Folge als gelungenes kommunales Geschäftsmodell. Drei Jahre später, 1997, führen die angeschlossenen Gemeinden die Biotonne ein, und im selben Jahr entsteht im Gewerbegebiet "Um Monkeler" bei Esch-Uelzecht das Kompostwerk des Syndikats. Es ist mit einer Jahreskapazität von 20000 t organischer Abfälle das größte seiner Art im Großherzogtum Luxemburg. Aus den Anlieferungen produzieren die rund 18 Mitarbeiter jährlich zwischen 6 000 und 7000 t Qualitätskompost. Das Kompostwerk besteht aus einer gekapselten Rottehalle, zwei Annahmehallen mit einer ersten Grobvorbereitung der Bioabfälle, einer Feinaufbereitung des Kompostes, einem luftreinigenden Biofilter, einer Werkstatt, einer Kompost-lagerhalle mit Verkauf sowie einem Verwaltungsgebäude mit Straßenwaage, Labor und Gewächshaus.

"Die Anlage ist Eigentum des Syndikates Minett-Kompost", sagt Koordinator Jerry Clement. Der 41-Jährige ist vom Syndikat, das einem öffentlichen Unternehmen gleichkommt, direkt angestellt. Nicht so Betriebsleiter François Delion, der für die Betreibergesellschaft Sovacom arbeitet. Wichtigstes Entscheidungsgremium ist das sogenannte Komitee mit 28 Mitgliedern aus den mittlerweile 21 Gemeinden des Syndikats, auf dessen Gebiet rund 200000 Einwohner leben - in etwa so viele wie im Kreis Minden-Lübbecke. Dem Syndikat beratend zur Seite steht das Ingenieurbüro IGLux. Der im Mai 2014 ausgelieferte Biomasseaufbereiter (BA) 725 D ersetzt eine rund 15 Jahre alte Maschine - ebenfalls von JENZ. Der BA 725 D wird nur auf dem Gelände der Kompostanlage betrieben. "Wir sind bislang in allen Punkten sehr zufrieden mit der neuen Maschine von JENZ", lobt Clement, der gleichzeitig auf die lange Einsatzzeit ohne nennenswerte Probleme des zu ersetzenden Schredders hinweist. In den 15 Jahren habe sich aber technisch einiges getan, und die neue Maschine sei mit der alten kaum vergleichbar.

Derzeit ist der BA 725 D bei Minett-Kompost ausschließlich für die Kompostierung von Strauch- und Grünschnitt zuständig. Doch das könnte sich bald ändern. "Wir wollen versuchen, künftig auch Hackschnitzel zu produzieren", verrät der Minett-Manager. Zuviel preisgeben möchte er aber nicht, schließlich stecke das neue Projekt noch in den Kinderschuhen. Denkbar sei auch zusätzlich zur Hackschnitzelproduktion in Kooperation mit einer Gemeinde ein Holzheizkraftwerk zu bauen und zu betreiben.

Bei der Hackschnitzelproduktion durch einen Schredder müssen die Luxemburger das Rad nicht neu erfinden. "Wir waren in Stuttgart und haben uns angeschaut, wie die Kollegen von der Stadtgärtnerei und des Kompostbetriebes Hackschnitzel aus Grünabfall produzieren", sagt Jerry Clement. Die Stadt Stuttgart betreibt vier Holzverbrennungsanlagen, außerdem verkauft die Stadt Hackschnitzel aus Grüngut an umliegende Heizkraftwerke. Letzteres wird für die Luxemburger wohl vorerst nicht infrage kommen. "Einige Gemeinden haben in Schulen zwar Holzheizungen, aber die Zuführung der Hackschnitzel erfolgt über eine Schnecke. Und dafür wäre unser Material erst nach einer gezielten Aufbereitung geeignet", erklärt Clement. Grüngut-Hackschnitzel ließen sich am besten mit einem Schubboden oder einem Förderband in die Heizungsanlage einbringen. Deshalb sei die Überlegung eines eigenen Holzheizkraftwerkes auch die logische Konsequenz des ersten Gedankens, Hackschnitzel aus Grüngut produzieren zu wollen.