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01.01.1970 | BA 725 EL - Stecker statt Zapfhahn

BA 725 EL - Stecker statt Zapfhahn

AVA nimmt zweiten elektrischen Biomasseaufbereiter in Betrieb und setzt auf JENZ Individual Maschine

Augsburg (ghm). Wenn der Augsburger Bürger seine Bioabfälle in der Biomülltonne entsorgt, liegt die Vermutung nahe, dass er damit in naher Zukunft seine Wohnung heizt. In der Prozesskette integriert ist mit dem BA 725 EL eine absolute Sondermaschine der Produktkategorie „JENZ Individual“. Was den Biomasseaufbereiter so besonders macht und welche Aufgabe er in der Prozesskette übernimmt, berichten wir auf den folgenden Seiten.

Seit Beginn des Jahres 2014 betreibt die AVA Abfallwertung Augsburg eine neue Bioabfallvergärungsanlage mit dem Ziel aus Bioabfällen umweltfreundliche Energie, flüssigen Dünger und Qualitätskompost zu produzieren. „Das energetische Potential der Bioabfälle ist enorm und darf nicht verloren gehen“, betont Thomas Kiesslich, Technischer Sachbearbeiter Maschinentechnik. Immerhin ist das eigens produzierte und auf Erdgasqualität veredelte Biogas ausreichend, um über 3.900 Haushalte in und um Augsburg mit Energie zu versorgen. Das Futter zur Anlagenbetreibung stammt aus den Biotonnen der bayerischen Stadt Augsburg und den umliegenden Landkreisen. Kaum angeliefert, beginnt auch schon die Grobaufbereitung des Materials. Im Einsatz dabei ist ein elektrisch betriebener JENZ Biomasseaufbereiter BA 725 EL ausgestattet mit festen easycut-Schlägern. „Wir haben uns für den Einbau fester Werkzeugen entschieden, weil Überlängen vermieden werden sollten. Zudem kommt es leider immer wieder vor, dass sich Störstoffe wie Plastik im angelieferten Material befinden. Damit die Störstoffe für den weiteren Prozess nicht zu fein zerkleinert werden und sich womöglich noch unter das Endprodukt mischen, ist der Einsatz von easycut-Schlägern unerlässlich“, erklärt Kiesslich. Das nachgeschaltete Sternsieb sortiert Störstoffe aus, um eine nahezu vollständige Separation des Materials zu garantieren. Dies ist maßgebend bei der Herstellung der Endprodukte, speziell beim Qualitätskompost. „Schließlich ist dieser sogar für den ökologischen Landbauzugelassen und mehrfach ausgezeichnet“, berichtet Thomas Kiesslich stolz.

JENZ Individual: Elektrisch und mobil

Mehr denn je konzentriert sich die Maschinenbaubranche aktuell auf den Einsatz von Elektromotoren. Die AVA Abfallwertung Augsburg erkannte das Potenzial mobiler EMaschinen schon vor einigen Jahren und bestellte bereits im Jahr 2003 mit dem AZ 55 E einen der ersten Schredder in elektrischer Ausführung. Im Jahr 2013 erforderte der Umbau der Kompostierungsanlage eine aufwendige Umrüstung des Schredders. Eine höhere Überladehöhe und ein hydraulisch absenkbares Austragsband sowie eine zweite Achse waren notwendig, um den neu aufgekommenen Anforderungen der neuen Vergärungsanlage gerecht zu werden. Im Jahr 2019, 16 Jahre nach der ersten Inbetriebnahme, konnte der Schredder die hohen Anforderungen zur Herstellung von biologisch hochwertigem Kompost nicht mehr vollständig erfüllen, sodass ein Austausch der Maschine unumgänglich wurde. Bei der Wahl der Neumaschine setzte die AVA erneut auf eine elektrische Version und entschied sich für den BA 725 EL. Üblicherweise wird diese Maschine vom Werk aus auf einer Stahlkonstruktion aufgebaut. Da sich jedoch der vorige AZ 55 E mit Zweiachsfahrgestell in der Vergangenheit mehr als bewährte, blieb die AVA der mobilen elektrischen Variante treu. Damit entschied sich die AVA für eine Spezialmaschine der Produktkategorie „JENZ Individual“. „In der Ausführung gab es den BA 725 bisher nicht, es handelt sich also um eine eigens für die Abfallwirtschaft konstruierte Lösung“, erklärt Helmut Krammer, vom JENZ Vertrieb Süd, der der AVA bereits seit der ersten Maschine beratend zur Seite steht. „Der alte AZ 55E sowie auch unsere Neumaschine werden in einer Annahmehalle unserer Bioabfallvergärungsanlage eingesetzt. Eine semistationäre Maschine bietet uns die Flexibilität, die Maschine schnell und einfach von ihrem Arbeitsplatz wegzuziehen. Sämtliche Reinigungen, Wartungen und Reparaturen können leichter durchgeführt werden, als bei einer Stationärmaschine“, begründet Kiesslich den Wunsch nach der Spezialvariante. Ein weiterer Aspekt bei der Entscheidung für den stromgeführten Biomasseaufbereiter sei die Energieversorgung der Anlage gewesen. „Wir werden komplett vom benachbarten Abfall-Heizkraftwerk mit Energie versorgt, da liegt es nahe auch unseren Schredder an diesen nachhaltigen Energiekreislauf mit anzuschließen.“ Seine Mobilität erlangt der BA 725 EL übrigens nicht nur dank des verbauten Zweiachs-Fahrgestells. Abweichend vom Standard ist bei diesem Schredder der Schaltschrank fest an der Maschine installiert. „Die Maschine wird somit einfach an ihren Arbeitsplatz bewegt und muss nur angeklemmt werden. Ganz nach dem Motto: Stecker rein und los!“, so Helmut Krammer, der sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit der AVA freut.