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25.05.2018 | Die Unterschiede stecken im Detail

Die Unterschiede stecken im Detail

Marc Figueras hat zwei der größten JENZ LKW-Hacker HEM 821 DQ im Einsatz.

L'Escala (Spanien) (ehe). Wenn es um Holz geht, kennt Marc Figueras sich aus. Der Spanier gründete im Jahr 2013 sein eigenes Unternehmen Lignia Biomassa SL und hat mittlerweile zwei JENZ Großhacker der Baureihe HEM 821 im Einsatz.

"Ich bin in der Holzbranche groß geworden, denn meine Eltern waren in diesem Bereich selbstständig", berichtet Marc Figueras. "Mein Bruder hat dann das Familienunternehmen übernommen und ich habe mich selbstständig gemacht." Seinen Sitz hat das junge Unternehmen dort, wo andere Urlaub machen: L'Escala liegt an der Costa Brava, rund 120 km nördlich von Barcelona. Von hier aus bietet Marc Figueras unterschiedliche Dienstleistungen an. Dazu zählen Waldpflegearbeiten und der Verkauf von Ganzstämmen an Sägewerke ebenso wie die Erzeugung und der Vertrieb von Hackschnitzeln für Heizwerke. Seiner ursprünglichen Geschäftsidee ist er damit treu geblieben. "Wirklich geändert haben wir unser Geschäftsmodell nicht. Wir sind einfach gewachsen und haben die Holzernte, die Hackschnitzelerzeugung und den Transport mit in unser Dienstleistungsportfolio aufgenommen". Mittlerweile beschäftigt der Unternehmer 15 Mitarbeiter in Vollzeit und 10 weitere auf Stundenbasis. Da darf ein entsprechender Fuhrpark natürlich nicht fehlen. "Wir haben zwei Bagger mit Woodcracker, John Deere Forwarder und Teleskoplader von Manitou. Und natürlich die beiden JENZ Hacker." Letztere haben es in sich: gleich zwei der größten JENZ LKW Hacker nennt Figueras sein Eigen. Im Jahr 2015 bestellt er zunächst einen HEM 821 DQ-Truck hybrid, zwei Jahre später folgt eine HEM 821 DQ Cobra hybrid. Seine Entscheidung für JENZ fiel dabei nach reiflicher Überlegung "Ich habe unterschiedliche Maschinen getestet und mich für die Maschine mit der höchsten Produktivität entschieden, das war JENZ."

Unterschiede bei Fahrgestellen, Kabinen und Motortechnik

Beide JENZ Hacker basieren auf MAN Fahrgestellen. Während der HEM 821 DQ-Truck hybrid jedoch auf einem 8x8 Fahrgestell montiert wurde, ist es bei der HEM 821 DQ Cobra hybrid ein 8x6-4 Fahrgestell. "Jedes Fahrgestell hat seine Vor- und Nachteile. Der 8x8 ist mit seinen vier angetriebenen Achsen natürlich in Sachen Geländetauglichkeit unschlagbar. Der 8x6-4 ist mit drei angetriebenen Achsen als Sonderausstattung erhältlich. Bei diesem Fahrzeug verbessert sich das Rangierverhalten deutlich. Der JENZ Standard ist das auch sehr wendige 8x4-4 Fahrgestellt mit einem Tridem Achspaket. Dies ist für die meisten Einsatzfälle ausreichend.", sagt Waldemar Braun, zuständiger JENZ-Konstrukteur. "Man muss sich schließlich auch die Frage stellen, wie viel Geländegängigkeit überhaupt sinnvoll ist, denn die Abfuhrfahrzeuge müssen ja auch in das Gelände folgen können." Zusätzlich zu den Fahrgestellen unterscheiden sich die Maschinen auch in ihrer Kabinenausstattung. Der HEM 821 DQ-Truck hat die Standard-LKW-Kabine verbaut, der Hacker wird über die separate Krankabine bedient. Die Cobra wiederum bietet mit der drehbaren Kabine den Vorteil eines einzigen Arbeitsplatzes. Der Fahrer muss nicht mehr aus der LKW-Kabine herausklettern und in die Krankabine hinein - er dreht die Kabine einfach in die gewünschte Richtung.

Für Marc Figueras haben beide Konzepte Vor- und Nachteile. "Aus der Krankabine kann man durch die erhöhte Position sehr gut auf den Arbeitsbereich blicken. Dafür ist die Kabine sehr klein und nicht sonderlich bedienerfreundlich, insbesondere bei hohen Temperaturen. Die Cobra-Kabine hingegen ist sehr komfortabel, aber die Sicht ist verglichen mit der höheren Position der Krankabine nachteilig. Mein persönliches Fazit: zwei gute Konzepte, aber bei der nächsten Maschine gibt es nur eins: Cobra!"

Auf den ersten Blick identisch scheint die verwendete Motortechnik. Beide Maschinen tragen die Bezeichnung "hybrid" im Maschinennamen, welche bei JENZ für Doppelmotortechnik steht. Die Maschinen werden dabei jeweils über den MAN-LKW Motor sowie einen separaten Aufbaumotor angetrieben. Doch auch hier gibt es Unterschiede: "Der HEM 821 DQ-Truck hat den Mercedes Motor OM 473 mit 625 PS verbaut, bei der Cobra entschied sich der Kunde für den CAT C18 mit 776 PS", erklärt Waldemar Braun. Marc Figueras hat zu beiden Motoren eine klare Meinung: "Der OM 473 ist sehr gut und leise, man hört den Turbolader arbeiten. Der C18 dagegen ist laut und kraftvoll. Man spürt den Motor sofort, das ist beeindruckend! Da kriegt man Gänsehaut!" Auch wenn die emotionale Komponente eine Rolle spielt, viel wichtiger ist für den Unternehmer die Versorgungssicherheit im Schadensfall: "Der Service ist entscheidend und da ist der von Caterpillar in unserer Region momentan deutlich besser. Außerdem hat der C18 kein AdBlue ist damit aus meiner Sicht der einfachere Motor"

Nach knapp einem Jahr kann Marc Figueres ein Fazit beim Vergleich seiner beiden Großhacker ziehen. "Es wird oft gesagt, der Dieselverbrauch bei CAT-Motoren sei höher. Das kann ich nicht bestätigen. Wir verarbeiten hauptsächlich Kiefer. Der Dieselverbrauch bei der Produktion von G100 Hackschnitzeln ist bei beiden Motoren ungefähr gleich."

Bei der Durchsatzleistung sieht der Spanier im Strauchschnitt keinen Unterschied. Bei Stammholz sei die Cobra mit CAT-Motor produktiver. Aber: "Die Maschine fordert den Fahrer schon ordentlich. Das angemessene Bestücken ist je nach Ausgangsmaterial eine Herausforderung. Der CAT kann ca. 20-30 % mehr Durchsatz schaffen. Für uns ist die realisierte Durchsatzleistung bei beiden Maschinen letztlich aber fast identisch, denn es gibt ja noch viele andere Variablen die einen Einfluss haben, wie z. B. eine reibungslose Abfuhrlogistik oder die Qualität des Materials."

Damit die Leistung seiner Maschinen so bleibt legt Marc Figueras großen Wert auf Wartung und Instandhaltung. "Das ist mir sehr wichtig! Wir wechseln mindestens einmal am Tag die Messer und überprüfen auch immer die Klemmstücke. Die Gegenmesser wechseln wir nach rund 10.000 t. Auch den Ventilator checken wir wöchentlich. Außerdem bin ich der Meinung, dass eine tägliche Reinigung der Maschinen inkl. der beiden Motoren extrem wichtig ist, genauso wie eine Überprüfung auf mögliche Leckagen." Sollte es doch einmal zu unplanmäßigen Ausfällen kommen ist schnelle Hilfe garantiert. "Unsere Maschinen werden immer durch einen Servicebulli begleitet. In unserem Sprinter haben wir die wichtigsten Verschleißteile sofort parat."

Mit seinen Maschinen fährt Lignia Biomassa mittlerweile Aufträge in bis zu 200-300 km Entfernung von L'Escala und bis zu 100 km hinter der französischen Grenze an. "Unser HEM 821 DQ-Truck auf 8x8 braucht ca. 50l/100 km mit manuellem Getriebe. Die Cobra mit 8x6 und Automatikgetriebe verbraucht rund 35 l auf die gleiche Distanz." Hans Heinrich Hermeier, Produktmanager und vierte Generation bei JENZ meint dazu: "Derartige Spritverbräuche lassen sich nach dem aktuellen Stand der Technik nur mit einem mechanischen Fahrantrieb realisieren."

Zukünftig soll das Einsatzgebiet von Marc Figueras und seinem Team noch weiter ausgeweitet werden. "Aktuell planen wir den Aufbau eines neuen Logistik Centers in Riudarenes - Santa Coloma de Farners (Girona). Es ist strategisch gut gelegen und befindet sich in der Nähe der drei Waldregionen in der Nähe von Girona: Montseny - Montnegre - Gabarres", blickt der Unternehmer optimistisch in die Zukunft.